Mittwoch, 1. Oktober 2008

Surprise, sometimes, will come around

Heute morgen hatte ich nach Montag meine insgesamt zweite Vorlesung. Es war, sagen wir mal familiär. Ich und 14 andere Studenten haben es uns in einem Seminarraum gemütlich gemacht und dabei zugesehen, wie die gesamzte Technik ausgefallen ist. Aber es ging auch so. Zunächst hat sich unser Dozent aber umständlich dafür entschuldigt und um Verständnis gerungen, dass von den beiden Seminaren, die zur Vorlesung gehören, eines leider und zu seinem großen Bedauern bereits um neun Uhr früh beginnen muss (man denke sich an dieser Stelle ironische Ausrufezeichen). Aber das mit dem Früh aufstehen sieht man hier wohl entspannter. Auf dem Campus hängen Poster, die die Studenten aufrufen pünktlich zu ihren Seminaren zu kommen. Ein Nordire, bei dem ich in Mainz mal einen Kurs belegt habe, sagte mal, dass wenn man in UK ein Seminar auf Freitag morgen um neun legt, damit rechnen muss, dass einfach niemand kommt.

Passend zur Vorlesungszeit beginnt nun das Wetter auch in eine eher englische Richtung umzuschlagen. Es regnet jeden Tag und es ist sehr windig – dass die mit ihren Winzvögeln auf dem City-Airport überhaupt landen können...

So im zweiten Teil der heutigen Sitzung möchte ich mal auf ein verbreitetes Klischee eingehen. Es heißt ja immer: In London, da ist alles teuer. Ein Vorurteil, mit dem ich hier mal aufräumen möchte. Dafür werde ich meinen heutigen Schnäppcheneinkauf hier mal dokumentieren.

Bolognese Sauce im Glas 0.24
Kokosnussmilch 0.50
Erbsen in der Dose 0.30
Gemüsebrühe 1,49
Aufback-Naan Brot 0.60
Aufbackbrötchen 0.75
1,136 l Milch 0.80
1,5 kg Bananen 0.92
1 kg Birnen 0.74
80 Teebeutel 0.28
Bund Frühlingszwiebeln 0.79
6 Tomaten 0.68
Pringles 0.73



Ja, genau, Pringels für umgerechnet einen Euro die Packung. Insgesamt habe ich für diesen Einkauf etwa neun Pfund bezahlt, knapp zwölf Euro, und ich finde das geht in Ordnung. Davon kann ich ein paar Tage leben.

Um eins klarzustellen: Ich möchte hier keine Zweifel an meiner Bedürftigkeit aufkommen lassen. Denn in vielen anderen Aspekten ist London teuer: Miete, öffentlicher Nahverkehr, Eintritt in Clubs, Getränke in Clubs, und ich kann immernoch nicht glauben, dass eine Packung sechs einfache Aufbackbrötchen einen Euro kosten soll. Aber es gibt eben auch eine Dinge, die sehr günstig sind. Ich habe mich hier ja auch mit Geschirr und anderen Dingen für die Küche eindecken müssen. So habe ich für zwei Pfund einen Topf, zugegebenermaßen einen kleinen, gekauft und vier Geschirrhandtücher für zusammen 45 Pence. Außerdem habe ich zwei Kopfkissen für drei Pfund und eine Bettdecke für sieben fund gekauft, in der ich wirklich super schlafe.

Und ja: Ich habe Tee gekauft. Wer mich kennt wird da nun schockiert aufschreien, aber nach langem Suchen musste ich feststellen, dass es hier meinen heiß geliebten löslichen Krümmeltee nicht gibt. Und da ich irgendwas trinken will, habe ich mal zu der konventionellen Variante gegriffen. Ich werde auf den morgendlichen Kaffee nun sicher nicht verzichten - aber man lebt sich halt langsam ein.

Drinking tea with the taste of the Thames
Sullenly on a chair on the pavement
Here you'll find, my thoughts and I
And here is the very last plea from my heart
My heart for evermore


Morissey - Come back to Camden


Auch andere Details sind es wert, erwähnt zu werden:


Kommentare:

Benny A, hat gesagt…

uff.... habe mich (aufgrund der Verspätung) jetzt durch alle Einträge gelesen.. und ich muss was loswerden. Denn schon nach dem zweiten eintrag konnte ich an nichts anderes mehr denken als: "warum musste ehr weiß AUF schwarz wählen? warum? nur wegen vampire?"
Nun habe ich mich durchgekämpft und muss meine Augen die nächsten stunden erstmal schonen.

Ansonsten: nette Bilder und freut mich, dass soweit alles gut läuft.

grüße aus dem verregneten darmstadt

Johnny Marr hat gesagt…

Also ich fand 2,50 Pfund für Wodka-O im Club eigentlich schon echt billig.
Und Eintritt in Clubs is zwar teurer, dafür sind die Clubs MEILEN, aber wirklich MEILEN besser als alle Clubs die ich hier jemals betreten habe, ever.